You are here: Home > News > Wie das Gehirn sich Rechenleistung spart

NEWS.

 

Wie das Gehirn sich Rechenleistung spart

Auszug aus der Pressemeldung der Universit├Ąt Leipzig, Nummer: 2010/291 vom 26.10.2010

Wie das Gehirn sich Rechenleistung spart

Wissenschaftler aus Leipzig und Würzburg haben in einer Studie an Musikern und Nichtmusikern herausgefunden, wie das menschliche Gehirn sich "Rechenleistung" spart: "Es ist in der Lage, schwierige Bewegungen so zu speichern, dass sie bei Bedarf schnell und ziemlich mühelos wieder abgerufen werden können", erläutert Prof. Dr. Joseph Claßen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig und Leiter der Studie. Die Erkenntnisse von Claßen und seinen Mitstreitern sind jetzt in der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht worden.

Bei ihren Forschungen betrachteten die Wissenschaftler die Fingerbewegungen von Geigern und Pianisten. Zunächst zeichneten sie auf, wie diese nach oft jahrelangem Training bestimmte Griffe auf ihren Instrumenten ausführten. Die daraus entstandenen Bewegungsmuster haben sie auf Regelhaftigkeiten untersucht. Anschließend lösten sie mit der transkraniellen Magnetstimulation, einer schmerzlosen und gefahrlosen Methode, Fingerbewegungen durch Reizung der Hirnrinde aus. Die transkranielle Magnetstimulation erlaubt es den Wissenschaftlern, durch starke Magnetfelder Bereiche des Gehirns anzuregen, ohne dass dazu ein direkter Eingriff in dieses hochempfindliche Organ notwendig ist. "Die in völlig entspanntem Zustand magnetisch ausgelösten Fingerbewegungen, wiesen Merkmale auf, die direkt mit den langjährig trainierten Fingerbewegungen verbunden waren", erläutert Claßen. Erklären lässt sich das nach Ansicht der Forscher dadurch, dass die entsprechenden Fähigkeiten im Gehirn modular abgelegt werden. "Die Veränderung in den Speicherbausteinen, die wir auf diese Weise sichtbar gemacht haben, ermöglicht es den Musikern, die speziellen Bewegungen bei der Ausübung ihrer Musik mit größerer Leichtigkeit, Präzision und Geschmeidigkeit auszuführen", meint Claßen.

Quelle: Universität Leipzig

Die vollständige Pressemeldung können Sie hier abrufen.

Document Actions